
Wie wir in Zukunft mit Technik zusammenleben
On/Off-Beziehung
„Guten Tag, ich bin die KI: Wie kann ich dir heute das Leben leichter machen?“ Sofort antworten wir mit Aufforderungen, Aufgaben und Analyseanfragen, von denen wir uns Empfehlungen, Gedankenrouten und Antworten erhoffen. Wenn wir aber immer mehr Kompetenzen an unsere neuen Assistenzen abgeben, vereinfacht das wirklich auf Dauer unseren Alltag?
Immer stärker teilen Menschen ihr Leben mit neuen Mitbewohner*innen: Chatbots und Roboter werden so gestaltet, dass sie uns zunehmend ähnlicher werden und enger mit uns zusammenarbeiten. Wir erweitern unsere Körper mit Wearables, Implantaten und Prothesen und integrieren Maschinen in unsere privaten und beruflichen Routinen. Künstliche Intelligenz fragen wir um Rat, teilen uns ihr emotional mit und setzen sie als Assistenz für unsere Aufgaben ein. Diese Technologien versprechen, unseren Alltag zu vereinfachen und ihre Funktionen optimal für unsere Zwecke einzusetzen. Dennoch bleibt auch ein Unbehagen, denn es stellt sich unweigerlich die Frage, wer die Kontrolle über unsere Daten und unser Selbstbild gewinnt.
Die technologischen Fortschritte der letzten Jahre haben einen enormen Einfluss auf die Art und Weise, wie Menschen mit Maschinen interagieren. Wie verändert sich unser soziales Miteinander im Umgang mit immer intelligenteren Systemen? Was bedeuten Intelligenz und Bewusstsein im Kontext der Maschinen? Wer von uns nutzt ihre Funktionen, wer bleibt ausgeschlossen? Welche Interessen und Ideologien treiben die Entwicklung an? Und nicht zuletzt: Wann sagen wir „Ja“ und wann sagen wir – etwa aus ethischen Überlegungen – „Nein“ zu Innovationen?
Rund um diese gesellschaftlich intensiv debattierten Fragen nimmt das Futurium in seinem neuen Themenschwerpunkt in den Blick, wie das Verhältnis zwischen Menschen und Maschinen mit echtem Mehrwert gestaltet werden kann. Es werden Ideen entwickelt, wie wir in Zukunft mit Technologien leben und arbeiten möchten – und in welchen Bereichen wir künftig ON oder lieber OFF gehen möchten.
In der Ausstellung
Intelligente Maschinen, empathische Algorithmen, Gehirnimplantate und erweiterte Realitäten: Die Grenzen zwischen Menschen und Technik scheinen immer mehr zu verschwimmen. Wie wird sich unser Verständnis davon ändern, was es heißt, Mensch zu sein? Manche sehen in der rasanten technologischen Entwicklung den Anbruch eines goldenen Zeitalters, andere fürchten die Risiken. Wo ist also Vorsicht geboten und wo ist Zuversicht angebracht? Entdeckt in der Ausstellung vielfältige Perspektiven auf die Zukunft der Beziehung zwischen Mensch und Maschine.
Doppelgänger
Mit „Doppelgänger“ werden digitale Kopien kreiert – von uns und der Art, wie wir kommunizieren. Diese KI lernt uns im Gespräch kennen: Vorlieben, Hobbys und Erinnerungen. Sie macht uns zu 3D-Avataren, die in einer virtuellen Welt auf die Avatare anderer Besucher*innen treffen. Aber was machen unsere digitalen Spiegelbilder, wenn wir nicht da sind? Und wie viel von uns steckt eigentlich in ihnen?

Foto: David von Becker
TECHnotOXIC
Der italienische Künstler Christian Fogarolli beschäftigt sich in seinem Projekt „TECHnotOXIC“ damit, welche unsichtbaren Verbindungen wir Menschen mit der digitalen Welt haben. Mit futuristischen Skulpturen und einem Film untersucht TECHnotOXIC neue Formen der Abhängigkeit und Verwundbarkeit – für Fogarolli Symptome der menschlichen Gegenwart. Er stellt die Frage, wie Aufmerksamkeit, Zeit, Emotionen und Verhalten zu Daten, ökonomischem Wert und Kontrollinstrumenten werden. Sein Kunstwerk erschafft so eine Landschaft aus Körper, Technologie und Macht.

Foto: David von Becker
Ist das KI?
Ein Selfie machen, hochladen, auf Likes und Kommentare warte… das war einmal. Das Internet der Zukunft wird nicht mehr von Menschen gemacht: KI erzeugt Texte, Bilder, Stimmen und Videos – nicht immer mit Bezug zu Wahrheit und Wirklichkeit. Die Grenzen zwischen seriösen Nachrichten, Deepfakes, Unterhaltung und Manipulation verschwimmen immer mehr. Was können wir tun, um uns im Online-Irrgarten zurechtzufinden?
Die immer stärkere Verbreitung KI-generierter Bilder, Videos und Audios verändert, wie wir Informationen im Netz wahrnehmen. Wenn alles gefälscht sein könnte, was glauben wir dann noch? Und woran erkennen wir vertrauenswürdige Quellen? Testet, wie gut ihr Deepfakes erkennt: Ihr schätzt euch zunächst selbst ein, schaut genau hin und entscheidet dann: echt oder fake.

Foto: David von Becker
Geborgte Sinne
Was wäre, wenn Technik uns ermöglichen würde, die Welt durch fremde Sinne zu erleben? Für das Exponat „Geborgte Sinne“ hat das Futurium gemeinsam mit Studierenden erkundet, wie wir in Zukunft die Grenzen unserer Wahrnehmung technologisch erweitern könnten. Entstanden sind dabei zwei sehr unterschiedliche Wege.
Der erste Weg führt euch nach innen:
„Zwischentöne“ konzentriert sich ganz auf das Hören. Ihr setzt Kopfhörer auf, und eine Klangwelt eröffnet sich. Über 3D-Audio taucht ihr tief in die Dimensionen eines Vogellauts ein und entdeckt Details, die das menschliche Ohr gewöhnlich überhört. Die akustische Installation wurde mit dem Musikdesign-Lab der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen entwickelt.

Foto: David von Becker
Der zweite Weg öffnet euren Blick in die Weite.
In „Vielwelt“ steuert ihr mit eurem Körper auf einem VR-Flugsimulator, dem ICAROS, durch den Raum: Schon kleine Gewichtsverlagerungen verändern den Kurs. Geruch, Bewegung, Wärme – nach und nach zeigt sich eine Welt jenseits der menschlichen Wahrnehmung. Die Installation aus dem Future Realities Lab der HTW Berlin macht sichtbar, was unseren Sinnen sonst verborgen bleibt.

Foto: David von Becker
Hintergrund
Neues aus der Zukunft: Auf unserem Blog finden sich spannende Einblicke, Hintergrundartikel und neue Perspektiven rund um den neuen Themenschwerpunkt:
Veranstaltungen
Wie gestalten wir unsere Zukunft mit den Maschinen? Mit interaktiven Workshops, experimentellen Formaten und Expert*innengesprächen wird der Fokus auf diese Frage gerichtet. Kommt vorbei, diskutiert und macht mit!




