Futurium Credit Schnepp Renou 30

Haus der Zukünfte

Architektur

Direkt am Berliner Spreeufer, zwischen Reichstag und Hauptbahnhof, entsteht das Futurium, dessen außergewöhnliche, moderne Architektur das städtebauliche Umfeld des Regierungsviertels auf besondere Weise ergänzt. Auf drei Etagen und rund 3.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche gewährt das Zentrum für Zukunftsgestaltung faszinierende Einblicke in die Welt von morgen und verkörpert dabei selbst ein visionäres Raumkonzept.

Futurium Credit Schnepp Renou 30

Ideen für die Zukunft

Der Entwurf der Berliner Architekten Richter und Musikowski setzt ebenso auf klare, skulpturale Formen wie auf Offenheit und Zugänglichkeit.

Die Gebäudehülle besteht aus Gussglas, das bei Tag und Nacht ein facettenreiches Lichtspiel entfacht. Lichtdurchflutet sind auch die vollständig barrierefreien Ausstellungs- und Veranstaltungsräume. Hohe Fensterfronten ermöglichen Panoramablicke in die Umgebung und symbolisieren zugleich die offene, weite Perspektive, die das Haus auf Zukunftsthemen geben möchte.

Doch nicht nur die Ästhetik des Futuriums ist zukunftsweisend: Das Gebäude entspricht dem Standard eines Niedrigst-Energiehauses. Es setzt ganz auf das Potenzial regenerativer Energien. Der „Skywalk“ auf dem Dach erlaubt dabei nicht nur einen Blick auf das solare Meer aus Kollektorfeldern für Photovoltaik und Solarthermie, sondern bietet vor allem eine einmalige Aussicht auf den Spreebogen und das Kanzleramt.

Rundgang durch das Futurium

Freiraum

Zwei große Vorplätze gliedern den Freiraum rund um das Futurium. An den Vorplätzen befinden sich die Haupteingänge. Diese werden von bis zu 18 m auskragenden Vordächern überspannt. Geschützt und dennoch im Freien entsteht so ein öffentlicher Aufenthaltsort. Ein Punktmuster überzieht die komplette Platzfläche und gibt dem Platz einen eigenen Charakter. Innerhalb des Musters sind spielerisch Sitzmöglichkeiten, Durchwegungen, aber auch Ruhezonen angeordnet. Bepflanzte Rundbänke bilden einen Treffpunkt an zentraler Stelle auf dem Platz. Entlang der Passage zur Charité befindet sich zwischen schattenspendenden Baumreihen die Terrasse des Veranstaltungsbereiches. Der Entwurf der Vorplätze entstand in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten JUCA.

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Schnittperspektive

Richter Musikowski Architekten

Die Fassadenhaut

Die Fassade besteht aus über 8000 Kassettenelementen. Die jeweils 1 m großen Elemente bestehen aus unterschiedlich gefalteten Metall-Reflektoren und keramisch bedrucktem Gussglas. Diese erzeugen ein changierendes, sich mit dem Lichteinfall beständig änderndes Wolkenbild.

Panoramafenster

Zwei große Glasflächen – im Süden 8 x 28 m im Norden 11 x 28 m groß – bieten spektakuläre Ausblicke und stellen die ausgestellten Denkräume in Kontext zum gegenwärtigen Stadtraum.

Das Foyer

Das Foyer im Erdgeschoss verbindet die Haupteingänge sowie alle wichtigen Wege und Funktionen des Hauses. Es dient als zentraler Ort der Zusammenkunft und des Austauschs von Informationen. Hier finden die Besucher*innen alle wichtigen Funktionen des Ausstellungs- und Veranstaltungsbetriebes wie Garderobe, Toiletten, zentrale Information, Gastronomieangebot und Shop.

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Veranstaltungsforum

Mit mobilen Trennwänden und intelligent agierender Haustechnik können die Veranstaltungsflächen im Erdgeschoss des Hauses von 50 bis zu 670 qm unterschiedlich konfiguriert werden. Ausgestattet mit Tageslicht, hellen, akustisch aktiven Oberflächen, einer Vielzahl von ausfahrbaren Projektionsmedien und vollständiger barrierefreier Gestaltung bieten sie Raum zur Verständigung über die Welt von morgen.

Das Futurium Lab

Die Ausstellungsfläche im Untergeschoss inszeniert sich als ein unterirdisches Labor mit einer Gesamtfläche von 600 qm, in dem die Besucher selbst erleben können, wie spannend Zukunftsforschung sein kann. Dunkel eingefärbter Sichtbeton, schwarzer Gussasphaltboden und ein Deckenraster aus 126 Leuchtschirmen verleihen diesem 6 m hohen Raum unterhalb des Spreepegels eine ganz besondere Atmosphäre.

Die Ausstellung im Obergeschoss

Über die zentrale Treppe oder über den Besucheraufzug gelangt man in den Ausstellungsbereich im Obergeschoss. Dieser ist als eine zusammenhängende Fläche mit einer Größe von rund 3000 qm konzipiert. Die Ausstellung wird in drei große Denkräume gegliedert sein, die sich mit drei zentralen Zukunftsdimensionen beschäftigen: unserem künftigen Verhältnis zur Technik, zur Natur und zu uns selbst.

Die Galerien

Die Galerien sind stützenfrei vom Dachtragwerk abgehängte Kommunikationsebenen. Durch ihre erhöhte Lage und die großformatigen seitlichen Verglasungen bieten sie reizvolle Blickbezüge in die Ausstellungsbereiche und Außenräume.

Das Dach – Regenwasserschale

Mit seiner Geometrie sammelt das Dach das komplette Regenwasser gleich einem Auffangbecken. Das Wasser wird am tiefsten Punkt abgeleitet, in einer Zisterne gesammelt und für die Gebäudekühlung eingesetzt.

Das solare Meer

Das Dach ist fast vollständig mit solaren Energiekollektoren für Photovoltaik (Strom) und Solarthermie (Wärme) belegt. Sie nutzen die regenerative Energie der Sonne, um damit große Teile des Eigenenergiebedarfs des Hauses abzudecken.

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Der Skywalk

Der öffentlich zugängliche Skywalk auf dem Dach ist sowohl zu Fuß als auch mit dem Aufzug erreichbar und läuft einmal komplett um das gesamte Dach. Er bietet den Besucher*innen des Hauses spektakuläre Ausblicke auf den Berliner Stadthorizont von der Reichstagskuppel bis zum Fernsehturm. Im Süden sind das Bundeskanzleramt und der Spreebogen in Sichtweite, im Norden richtet sich der Blick auf das Charitégelände und den Berliner Hauptbahnhof.

Der Energiespeicher

Um die Wärmeenergie der Sonne und hausinterne Energiegewinne für den Betrieb des Gebäudes nutzbar zu machen, wird ein neuartiger Hybrid-Energiespeicher eingesetzt. Dieser vereint durch eine patentierte Makroverkapselung das latente Phasenwechselmaterial Paraffin mit dem sensiblen Speichermedium Wasser und erreicht dadurch die achtfache Kapazität von herkömmlichen Wasserspeichern.

"Drehmoment"

Eine kinetische Skulptur für das Futurium

Den Vorplatz des Futuriums ziert das „Drehmoment“. Die circa 4 x 15 Meter große kinetische Skulptur besteht aus einem rotierenden „Teller“, der nur durch die Dynamik und Virtuosität seiner drehenden Bewegung auf einem Stab balanciert wird. Entwickelt wurde sie von der Berliner Künstlergruppe realities:united, die 2016 den offenen Kunst-am-Bau-Wettbewerb für sich entschieden hatte. Besucher*innen können das Kunstwerk jeden Mittag eine Stunde lang in Bewegung sehen.

realities:united über das Kunstwerk

Die Arbeit Drehmoment kann als ein Objekt-gewordener vergrößerter Zirkusakt gelesen werden, als kindliche Spielerei.

realities:united

... Oder anders herum, als die Vorführung eines Tricks, wo dynamisches Handeln die übliche statische Konstruktion des Kunstwerks ersetzt. Darin steckt einiges von dem, was wir von der Zukunft erhoffen oder befürchten. Faszinierend, trickreich und effizient, aber auch irgendwie unerklärlich, unruhig und riskant. Das Dynamische ist mehr als ein moderner Ersatz für die alte Statik. Sie macht aus dem, was bisher eine tote Gegebenheit, vielleicht das Ergebnis eines zurückliegenden Schaffungsprozesses war, etwas, was immer wieder neu geschaffen wird, wohinter eine gegenwärtige immaterielle Macht, ein Programm, ein Wille oder möglicherweise ein ‚Geist‘ steht, die ebenso wichtig sind wie die geltenden Naturgesetze. Das kann man hier auch sehen. Denn der Apparat arbeitet nicht immer daran, den Teller in die Luft zu stemmen, sondern pausiert plötzlich zwischendurch oder dreht für Stunden in langsamen Leerlauf. Die Beweggründe bleiben ein Geheimnis. Drehmoment: Das Video

Kunst am Bau

Kunst am Bau hat in der Bundesrepublik Deutschland eine lange Tradition. Bereits 1950 hat der Deutsche Bundestag festgelegt, dass bei allen Bundesbauten ein fester prozentualer Anteil der Bausumme für Kunst am Bau eingesetzt werden soll. Als künstlerische Aufgabe mit unmittelbar öffentlichem Bezug ist die Kunst am Bau ein wichtiger Bestandteil der öffentlichen Bauherrenaufgabe.

Zukunftsbaustelle

Der Bau des Futuriums erfolgte in Öffentlich-Privater Partnerschaft: Die BAM Deutschland AG ist privater Partner der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die als Grundstückseigentümerin und Bauherrin das Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung realisierte. Der Entwurf des Futuriums stammt von dem Berliner Architektenduo Christoph Richter und Jan Musikowski in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten JUCA.

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Die Entstehung des Futuriums im Zeitraffer. Credit: Offscreen Film

Der Bau begann im März 2015, und im Juni desselben Jahres wurde der Grundstein gelegt. Ein Jahr später feierte das Futurium Richtfest. Das fertige Gebäude steht auf einer Grundfläche mit ca. 4.000 Quadratmetern und bietet allein im Obergeschoss über 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Am 13. September 2017 wurden uns offiziell die Schlüssel übergeben. Die Eröffnung des Futuriums findet am 5. September 2019 statt.