
Foto von Maksim Shutov auf Unsplash
Warum Moore so wichtig sind – zehn Fakten, die ihr kennen solltet
Moore sind unscheinbare Landschaften – und doch gehören sie zu den faszinierendsten und wichtigsten Ökosystemen der Erde. In Deutschland sind intakte Moore selten geworden. Die Bedeutung aller Moore für Klima, Natur und Mensch ist riesig.

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Hier sind zehn Fakten, die zeigen, warum es sich lohnt, nasse Moore zu schützen und wiederherzustellen:
1. Moore sind Klimaschützer
Nasse Moore enthalten riesige Mengen Kohlenstoff – mehr als jedes andere Ökosystem auf vergleichbarer Fläche. Bleiben sie nass, wird der Kohlenstoff dauerhaft in ihren Torfen festgehalten und zusätzlich neuer aufgenommen.
2. Moore sind natürliche Wasserspeicher
Moore kühlen und wirken wie ein Schwamm. Sie speichern enorme Wassermengen in ihren Torfen und im Grundwasser. Sie können Dürreperioden abmildern und als natürliche Überflutungsräume dienen.
3. Moore sind Archive der Erdgeschichte
Pollen, Pflanzenreste oder Insektenflügel bleiben im sauerstoffarmen Moorboden Jahrtausende erhalten. So lassen sich frühere Bedingungen unserer Umwelt rekonstruieren.
4. Moore wachsen langsam – und sind besonders schützenswert
Pro Jahr bildet sich nur etwa ein Millimeter neuer Torf. Die Entwicklung eines Meters dauert rund 1000 Jahre. Zerstörungen sind also kaum wiedergutzumachen.
5. Entwässerte Moore stoßen große Mengen CO₂ aus
Wird ein Moor trockengelegt, zersetzt sich der Torf unter Sauerstoffeinfluss – und gibt dabei klimaschädliches CO₂ frei. Heute stammen rund sieben Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands aus entwässerten Moorböden. In manchen Regionen, etwa in Mecklenburg-Vorpommern, machen sie bis zu 40 Prozent der Emissionen aus.
6. Moore erkennt man mit allen Sinnen
Sie sind kühl, feucht, oft nebelverhangen und weich unter den Füßen. Typisch sind Pflanzen wie Rohrkolben, Schilf, Torfmoose oder Wollgräser und Tiere wie Bekassinen, Kraniche oder der Moorfrosch.
7. Moore gibt es überall in Deutschland
Große Moorlandschaften liegen etwa in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, , Brandenburg und Bayern – aber auch in vielen anderen Regionen existieren kleinere Flächen.
8. Nur noch zwei Prozent der Moore in Deutschland sind in natürlichem Zustand
Rund 95 Prozent der Moore wurden in den letzten Jahrhunderten trockengelegt – meist für Landwirtschaft. Nur wenige sind heute noch weitgehend natürlich oder bereits erfolgreich wiedervernässt.
9. Moore wiederherzustellen braucht Geduld – aber es lohnt sich
Wasser zurückhalten, Gräben verschließen, Flächen umwidmen – ein Moor wiederzuvernässen geht nicht über Nacht. Doch es ist machbar. Viele Projekte zeigen, dass Moor-Restaurierung funktioniert.
10. Moore lassen sich auch nass nutzen – mit Paludikultur
Wirtschaftliche Nutzung von Mooren lässt sich mit Klima- und Biodiversitätsschutz in Mooren verbinden. Bei der Paludikultur werden Pflanzen wie Schilf oder Torfmoos angebaut, die im nassen Zustand wachsen – sie liefern Rohstoffe für Verpackungen, Bauplatten, Pflanzkartons oder Dämmstoffe.
Und was können wir als Gesellschaft tun?
- Informieren und sensibilisieren: Viele Menschen kennen ein Moor aus ihrer Kindheit oder Heimatregion. Wer sich dafür interessiert, wird oft schnell fündig – sei es bei der nächsten Wanderung, beim Lesen oder durch lokale Initiativen.
- Torffrei gärtnern: Beim Kauf von Blumenerde auf „torffrei“ achten! Für Hobbygärten ist Torf unnötig – seine Förderung zerstört wertvolle Ökosysteme.
- Engagieren vor Ort: Zahlreiche Vereine wie NABU, BUND und das Bergwaldprojekt bieten Freiwilligeneinsätze an, auch bei immer mehr Stiftungen wie der Michael Succow Stiftung kann man Moorschutz unterstützen.