Ein Zukunftsszenario

Grenzenlos

Hallo liebe*r Themenheft-Leser*in!

Hier findest du Informationen zur Entstehung des Zukunftsszenarios sowie dessen Faktenbasis. Erfahre hier, warum das Friseur*innen-Handwerk ein gutes Beispiel für grenzenlose Vernetzung ist und warum das sogenannte Global Human Gym den Unterricht an Schulen verändern wird. Viel Spaß!

Was ist das Global Human Gym?

Das Konzept des Global Human Gym (GHG) entstand durch die ideelle Weiterführung des europäischen Austauschprojekts für Studierende (Erasmus) und des Programms für transnationale Zusammenarbeit im Bildungsbereich (Sokrates). Erasmus ist das weltweit größte Förderprogramm von Auslandsaufenthalten an Universitäten, seine positiven Auswirkungen sind gut untersucht.

Der Begriff „Global Human Gym“ ist ein Wortspiel, das den Gedanken des Trainingsstudios im Sinne von körperlicher und geistiger Fitness erweitert und mit lebenslangem Lernen verknüpft. In diesem Szenario kommen zwei neue Aspekte hinzu: Der Austausch dauert wesentlich länger, und die Teilnahme ist nicht mehr freiwillig, sondern Pflicht. Der weit überwiegende Teil der Erasmus-Teilnehmenden bezeichnet die Erfahrungen als hilfreich für das weitere Leben. Eine Pflicht würde also mehr Menschen Zugang zu diesen positiven Erlebnissen verschaffen, noch dazu, wenn die Kosten vom Staat übernommen werden. Im afrikanischen Staat Botsuana hat die Regierung Lehrkräfte und Beamte zwangsweise in andere Regionen des Landes versetzt, um die Nationenbildung und das Verständnis zwischen den ethnischen Gruppen zu fördern.

Friseur*innen-Handwerk international

Das Friseur*innen-Handwerk gehört zu den Berufen, in denen ein internationaler Austausch seit langem üblich ist. Der Erfinder der Dauerwelle Karl Ludwig Nesslerhat beispielsweise in Basel, Mailand, Genf, Paris, London und den USA gearbeitet. Frisuren sind nicht nur ein hübsches Accessoire, sondern können auch ein politisches Statement sein oder Ausdruck einer besonderen Persönlichkeit.

Der im Szenario eingesetzte Übersetzungschip in Tengos Ohr ist bereits in mehreren Versionen im Handel. Teilweise kommunizieren die Chips mit einem Mobiltelefon als Übersetzer, andere nutzen eine eigene Software. Sie sind noch nicht perfekt, können aber bis zu 40 Sprachen fast simultan übersetzen. Bisher werden diese Geräte meist für berufliche Zwecke in kleinen Gruppen eingesetzt.

Menschen werden zu Wort kommen

Die gewählten Beispiele stehen stellvertretend für Projekte, bei denen Teilnehmende sich auf vielfältige Art engagieren können. Mangrovenprojekte am Mekong dienen dem Erhalt der Biosphäre, dem Schutz gegen die Folgen des Klimawandels und verbessern die wirtschaftliche Situation der Bewohner der Region. Die Aufarbeitung des Genozids in Ruanda durch Gerichte und regionale Gacaca-Kommissionen hat begonnen, die kollektive Erinnerung und Archive sollen den Versöhnungsprozess unterstützen.

Es erscheint logisch, dass das GHG den Unterricht an Schulen verändern wird. Durch die zahlreichen Kontakte werden Menschen vor Ort zu Wort kommen, wenn der Unterricht ihr Land behandelt. Das Fach „Biodiversität“ als neues Schulfach löst im Sinne Alexander von Humboldts die nicht mehr zeitgemäße Trennung von Biologie, Chemie, Physik und Erdkunde auf.

👂 Hier könnt ihr das Zukunftsszenario noch einmal hören: