Portrait AV Credit Dorothea Tuch

Annemie Vanackere ist Leiterin des HAU Hebbel am Ufer. Foto: Dorothea Tuch

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#FUTURIUMFORUM: DIGITALE GESPRÄCHSREIHE: 6. Mai, 20:15 UHR

Liebe Annemie Vanackere, wo bleibt der Applaus?

#FuturiumForum: Einmal Ausnahmezustand und zurück? So lautet der Titel einer neuen Gesprächsreihe des Futuriums. Gast ist diesmal die Kuratorin und Theaterleiterin Annemie Vanackere. Am Mittwoch, 6. Mai, ab 20:15 Uhr ist das Gespräch hier abrufbar.

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Annemie Vanackere ist Leiterin des HAU Hebbel am Ufer. Foto: Dorothea Tuch

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ÜBER DIE GESPRÄCHSREIHE

Wie verändert sich im Ausnahmezustand der Blick auf die Zukunft? Die Corona-Pandemie und der Umgang mit ihr rütteln an vielem, was uns sonst als selbstverständlich schien. Die Digitalisierbarkeit des Lebens, Anerkennung für Held*innen des Alltags und die gesellschaftliche Bedeutung von Kultur, Sport und Nachtleben – all dies und vieles mehr steht auf dem Prüfstand. Wo offenbaren sich gesellschaftliche Schieflagen? Welche Grundfesten des Alltags sind unverzichtbar? Was ist uns wirklich wichtig, wenn's drauf ankommt? Und welche Konsequenzen ziehen Menschen in Zukunft? Darüber wollen wir in 30-minütigen digitalen Gesprächen mit Menschen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, der Zivilgesellschaft und Kreativszene diskutieren.

GAST DES ABENDS

Annemie Vanackere ist seit 2012 Künstlerische Leiterin des HAU Hebbel am Ufer in Berlin. Eigentlich wollte sie am 19. März dieses Jahres das Festival Spy on Me #2 – Künstlerische Manöver für die digitale Gegenwart in ihrem Haus eröffnen. Dann begann die Corona-Krise. „Als wir im letzten Jahr begannen, das Programm von Spy on Me #2 auszuarbeiten, konnten wir noch nicht ahnen, welche neue Relevanz der Ankündigungstext für unser Festival bekommen sollte: 'Wir sind angekommen in der Realität des digitalen Wandels. Das Leben mit Screens, Apps und Algorithmen prägt unser Verhalten, unsere Aufmerksamkeit und unser Begehren. Derweil vollzieht sich eine Re-Organisation des öffentlichen Raums und der Demokratie mit digitalen Mitteln'", schreibt Vanackere auf der Internetseite des HAU.

Um die Pandemie einzudämmen, wurden in vielen Ländern große Teile des regulären (d.h. analog stattfindenden) Kulturprogramms eingestellt. Nahezu alle Kulturinstitutionen gingen in den „Lockdown“. Künstlerinnen und Künstler und viele weitere freiberuflich Tätige verloren von einem Tag auf den anderen ihre materielle Existenzbasis. Ein großer Teil der Kultureinrichtungen und der Kulturschaffenden versucht nun, durch digitale Angebote weiter im Kontakt mit dem Publikum zu bleiben oder sogar neue Zielgruppen anzusprechen. Ob dies gelingt, ist freilich noch offen.

Die wesentliche Funktion von Kunst und Kultur besteht – laut Heiner Müller – darin, die Wirklichkeit unmöglich zu machen. Nun scheint die Wirklichkeit die Kultur unmöglich zu machen. Damit könnte uns jenes Ventil abhanden kommen, das uns hilft, die Gegenwart kritisch zu reflektieren und in alternativen Szenarien zu denken. Wir wollen von Annemie Vanackere wissen: Braucht unsere neue Distanz-Gesellschaft nicht dringend wieder kulturelle „Nah-Erfahrungen“? Oder steht anders herum die Kultur vor einer ungeahnten digitalen Blüte? Was wird überhaupt übrig bleiben vom Kulturleben, wie wir es kannten? Und wie könnte der Post-Covid-Kulturbetrieb aussehen?

Die Aufzeichnung des Gesprächs ist am Mittwoch, 6. Mai, ab 20:15 Uhr hier abrufbar.

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