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Grafik: Polygraph Design

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Fundgrube: Elektroschrott

In unseren Kellern und Schubladen stapeln sich die ausrangierten Elektrogeräte. Was nicht verstaubt, werfen wir weg: In Deutschland entstehen so jährlich etwa 23 Kilogramm Schrott pro Person.

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Nicht einmal die Hälfte der entsorgten Elektronik findet den Weg ins Recycling. Wertvolle Materialien, die in den Druckern, Laptops und Co. verbaut sind, gehen so verloren und können nicht wiederverwendet werden. Dabei steigt die Nachfrage nach diesen Rohstoffen, weil immer mehr Elektrogeräte hergestellt werden. Was können wir gemeinsam und jede*r Einzelne tun, um Elektroschrott zu vermeiden?

Projekte und Beispiele

Recycling für Elektrogeräte

Zeitungen kommen in die Papiertonne, Gurkenschalen in den Biomüll. Und unser Elektroschrott? Oft landet er auf der Straße oder in Hinterhöfen. Dorthin gehört er ebenso wenig wie in den Hausmüll. Der einfachste Weg, die alten Geräte zu entsorgen, ist beim Wertstoffhof. Wo sich dieser befindet, lässt sich auf Onlineportalen wie elektroschrott.de nachschauen. Doch nicht immer ist der nächste Wertstoffhof gut zu erreichen oder hat nur sehr begrenzt geöffnet. Seit 2016 können Elektrogeräte auch bei größeren Geschäften vor Ort oder Versandhändlern abgegeben werden. Hat ein Laden mehr als 400 Quadratmeter Verkaufs- oder Lagerfläche, ist er verpflichtet, kleinere Elektronik wie Rasierer oder Smartphones kostenlos zurückzunehmen. Bei größeren Geräten gilt: Elektroschrott gegen Neuware. Kauft man einen Kühlschrank im Laden, muss der alte kostenlos entgegengenommen werden.

Pfand für Smartphone und Co.

Nicht einmal jedes zweite Elektrogerät wird recycelt. Ein Pfand auf die elektronischen Waren könnte das ändern. Beim Kauf zahlen die Verbraucher*innen einen Geldbetrag, den sie bei der Rückgabe des kaputten Produkts zurückerhalten. Die Höhe des Pfands könnte sich nach dem Wert des Geräts bemessen. Ein anderer Vorschlag wurde bereits 2012 im Bundestag diskutiert: Für jedes Mobiltelefon sollte die feste Summe von zehn Euro als Pfand gezahlt werden. Nicht immer muss es Geld sein: Ein neues Gerät könnte nur erhalten, wer zuvor ein altes zurückgibt.

Das „Shiftphone“

Einzelne Hersteller nehmen die Idee vom Pfand in die eigene Hand. Das deutsche Unternehmen „SHIFT GmbH“ produziert Smartphones nachhaltig und designt die Geräte so, dass Kund*innen sie selbst reparieren können. Schickt man das kaputte „Shiftphone“ an das Unternehmen, gibt es die 22 Euro Pfand zurück. In der hauseigenen Werkstatt wird versucht, das Gerät wiederaufzubereiten. Ist es nicht mehr zu retten, wird das Telefon zerlegt: Noch funktionierende Bauteile werden behalten, die defekten recycelt.

Recyclingbörsen

Recyclingbörsen sind Orte, an denen nicht mehr benötigte, aber noch funktionierende Geräte abgegeben werden können. Diese meist gemeinnützigen Einrichtungen bereiten die gespendeten Gegenstände auf und verkaufen sie für einen geringen Preis. So wird nicht nur die Umwelt geschont, sondern auch Gutes bewirkt: Die Jobs in den Recyclingbörsen sind für Langzeitarbeitslose die Chance, wieder in den Arbeitsmarkt zu kommen. Die günstig angebotenen Gebrauchtwaren schonen die Portemonnaies von Menschen mit geringem Einkommen.

Dasselbe Prinzip funktioniert auch in der Industrie: Auf Onlineportalen bieten Firmen Reststoffe an, die für andere Unternehmen nützlich sein könnten. Überbleibsel aus Bauprojekten oder Lagerauflösungen finden ihren Weg auch zu gemeinnützigen Vereinen wie Kunst-Stoffe e.V. in Berlin. Kostengünstig können Schulen, Kunstschaffende und Selbermacher*innen dort das Material kaufen.

Einfach selber machen

In einem Smartphone oder Computer stecken nicht nur zahlreiche wertvolle Rohstoffe. Bei ihrer Herstellung wird viel Energie benötigt und oft werden sie über große Strecken von der Fabrik bis zum Laden transportiert. Am besten wäre es deshalb, die Dinge länger zu nutzen. Es lohnt sich Geräte zu kaufen, die robust und leicht zu reparieren sind – und nicht alles muss auf dem neuesten Stand der Technik sein. Wer sich nicht selbst mit Lötkolben und Schraubenschlüssel zu helfen weiß, kann Repair-Cafés und offene Werkstätten aufsuchen. Dort unterstützen ehrenamtliche Expert*innen dabei, ein defektes Gerät wieder instand zu setzen.

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In Repair-Cafés helfen Experten ehrenamtlich bei der Instandsetzung.

Foto: Peter Erlebach / Repair Café Wien